Positive Pädagogik will Schüler zukunftsfähig und glücklich zugleich machen

 

„Herauszufinden, wozu man sich eignet, und eine Gelegenheit zu finden, dies zu tun ist der Schlüssel zum Glücklichsein“ (John Dewey, amerikanischer Philosoph 1930)

 

 

Das Rheingold-Institut hat die Menschen befragt und stellt fest: „Vielen Menschen erscheint die Zukunft wie ein schwarzes Loch. Angesichts der Menge an Krisengespenstern, die durch die Medien geistern, spüren sie das Ende der bisherigen Maximierungskultur mit ihrem schneller, höher, weiter, aber sie haben überhaupt keine Vorstellung davon, wohin die Reise geht“ , so Stephan Grünwald in seinem Buch „Die erschöpfte Gesellschaft“. Viele Menschen würden deshalb auf Autopilot umschalten. Besinnungslose Betriebsamkeit und blinder Leistungsdruck treiben sie in die Erschöpfung – und rauben ihnen die Schöpferkraft. Doch nur mit mehr Inspiration und Kreativität könne es eine gute Zukunft geben, so Grünwald. Deutschland sei in seinen besten Zeiten stets das Land der Träumer und Querdenker gewesen.

 

 

Für eine gute gemeinsame Zukunft reichen Aufklärung und Wissen, Appelle und Belehrungen nicht aus. Echte Kreativität entwickeln Schüler nicht durch Lernprogramme und Bildungsmaßnahmen. Potentialentfaltung „kann man nicht machen“, so der Hirnforscher Gerald Hüther, sondern „man muss sie entstehen lassen“. Damit geht die Tür zur Potentialentfaltung sozusagen „nach außen auf“ und auf sie einzustürmen macht wenig Sinn. Laut Hüther ist „diese Erkenntnis die größte Herausforderung, mit der alle von der Machbarkeit und Notwendigkeit gezielter Maßnahmen überzeugten Mitglieder einer menschlichen Gemeinschaft jemals konfrontiert werden können. Ihnen fällt es extrem schwer, sich vorzustellen, dass sie das, was sie erreichen wollen, nicht durch irgendwelche Maßnahmen hervorbringen können“. Diese Einsicht wird gerade die erfolgreichen Macher und Leiter, Chefs und Politiker kränken. Doch wird „das alte Denken die Probleme, die es geschaffen hat, nicht lösen können“, sagte einmal Albert Einstein.

 

 

 

Was es für dieses neue Denken braucht, wissen die Lehrer oft schon aus eigener Erfahrung, sagt Olaf-Axel Burow in seinem Buch „Positive Pädagogik. Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglück“. Denn fast jeder Lehrer könne sich an eine Zeit erinnern, wo er begeistert gelernt habe, weil es jemand gegeben habe, der ihn besonders  fördern konnte. Es brauche „geeignete Begegnungsräume und Verfahren, um dieses Wissen, das auf die Vielen verteilt ist, zu vernetzen, den `gemeinsamen Grund `herauszuarbeiten und in konkrete Gestaltungsräume einzubringen, so Burow, der hofft, dass unsere Schulen auf diese Weise zu einem kreativen Feld werden können.