Herzlich willkommen!

Bin ich zu pessimistisch, wenn ich schreibe, dass viele Dinge für uns offenbar nicht mehr stimmen, obwohl es unserem Land wirtschaftlich besser geht als fast allen anderen Ländern? Ich genieße mein Leben sehr und meine Lebens- und Gestaltungskräfte, die wir ja alle in uns tragen. Sie geben mir den Mut, auch da hinzuschauen, wo es weh tut. Und es mir wirklich etwas angehen zu lassen, wenn Menschen leiden... weil ich insgeheim weiß, welche Potentiale an kreativer Phantasie, Mut und Mitgefühl wir in uns haben! Sie sind viel größer als wir uns bislang zugetraut haben.

Wir leben in einem historischen Epochenbruch, schreibt der politische Chefredakteur der ZEIT, Bernd Ullrich. Für ihn gehen 500 Jahre europäische und 100 Jahre westlich-amerikanische Dominanz in der Welt zuende. Die Chinesen schicken uns unseren Müll zurück und Flüchtlinge kommen z.B. aus Westafrika, wo sie keine Arbeit mehr haben, weil die EU ihre Fischgründe gekauft hat.

Trotz all unserer Anstrengungen mit immer mehr Reformen und Reparaturen, Vorschriften und Kontrollen gibt es Notstände von der Pflege über Bildung und Gesundheitswesen bis zu maroden Brücken und Straßen. Und wir spüren grundlegend, dass es eigentlich nicht ewig so weitergehen kann mit dem Wirtschaftswachstum, mit dem „höher, schneller, weiter und immer mehr“, doch eine Alternative dazu können wir uns nicht vorstellen. "Es muss doch weitergehen" sagen wir, schließen die Augen und Ohren und halten weiter tapfer durch. Und die bislang bewährte Politik der kleinen Schritte und mit Augenmaß findet nur noch kurzfristige Lösungen. So geht z.B. der Klimawandel ungebremst weiter, so dass der kürzlich verstorbene Astrophysiker Stephen Hawking der Menschheit nur noch 50 Jahre gibt, weil dann die Erde kaum mehr bewohnbar geworden ist.

 Schon Goethe wusste: „Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage“. Auch Handwerker sagen: „nach fest kommt ab“. Jede Schraube kann man überdrehen und jedes Prinzip übertreiben. Wir leben offenbar in einer Zeit, wo die Dinge kippen können und unsere Art zu Wirtschaften und zu Leben zunehmend fatale Nebenfolgen hat. Doch genauer darüber nachzudenken nervt uns irgendwie. 

 

In der Wissenschaft wird nur ein Promille des Geldes verwendet, über mögliche Alternativen zu forschen. Und in den Medien wird Stimmung gemacht gegen das Unbehagen in uns: Die „Lage ist besser als die Stimmung“ lesen wir und „Paradoxe Unzufriedenheit“ (meint Unzufriedenheit ohne Grund). Ist also nicht wahr, was wir spüren? Sind wir einfach nur verwöhnt und undankbar?

 

Die ehemalige WDR-Moderatorin Carmen Thomas zitiert in ihrem Buch "Hallo Ü-Wagen" einen BBC-Direktor mit den Worten: „Wir überschätzen das Wissen unseres Publikums, aber unterschätzen seine Urteilskraft“.  Offenbar haben wir oft den richtigen Riecher, auch wenn wir es nicht immer so gewählt ausdrücken können. Wir dürfen also unserem Unbehagen trauen, egal was Medien, Politik und Wirtschaft sagen! Auch wenn wir noch keine Antworten haben können: die Fragen müssen wir uns stellen, denn sonst werden wir keine Antworten finden...

 

Ich möchte Sie einladen, auch sich selbst zur Orientierung die Grundsatzfragen zu stellen: Wer wollen Sie wirklich sein? Was brauchen Sie wirklich? Und wie möchten Sie, dass wir miteinander umgehen? 

Sie haben den Spür- und den Eigensinn, dass für Sie Richtige zu finden, wenn Sie sich die Zeit dafür nehmen und den Mut haben, diese Fragen auf sich wirken zu lassen. Unsere Stadt Hamm möchte ich zu einem Ort der Potentialentfaltung machen - schreibend, redend, coachend. 

 

Gutes Gelingen!

 

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